Silvercrow 13
- Mai 25th Mai 2009
- Eingetragen inRollenspiele
- vonNaim
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Rahmendaten
Orga: Silver Crow e.V.
Datum: 20.05.2009 – 24.05.2009
Ort: Jagdschloss Baum, Bückeburg
Preis: 59-85€ für SCs, 25-35€ für NSCs
Art: Zeltcon, Selbstverpflegung
Location
Das Jagdschloss Baum ist recht idyllisch eingebettet in ein großes Waldgelände. Man hörte zwar von der einen Seite die Straße, das konnte man aber ignorieren. Das Schlösschen ist nicht sehr groß, unten war ein Tavernenraum und darüber ein Raum, in dem das Scriptorium der bespielten Abtei untergebracht war. Weitere Räume waren uns SC nicht zugänglich. Hinter dem Schloß quakten Frösche an einem malerischen Teich, hinter diesem war eine alte Steinmauer mit Statuen. Dort befindet sich auch ein kleines Wirtschaftsgebäude in dem Sanitär und NSCs untergebracht waren. Der Wald drum rum war weitläufig, teilweise Sumpfig und voller Mücken.
Ausstattung
Requisite war nicht wirklich zu sehen. Es gab ein Scriptorium mit reichlich Schriftrollen und 6 Stoffkonstrukte in Stelenform) im Wald und ein bischen Kleinkram. Ansonsten war es reichlich mager.
Die NSCs als Truppen des größenwahnsinnigen, bösen und selbstgekrönten Kaisers hatten zwar ein Banner aber keine Uniformen, was Kämpfe zum Teil zum Ratespiel machte (gerade im Dunkeln). Bei einer Gruppe sind regelmäßig die Hälfte der Leute durch Friendly-Fire zu Boden gegangen. Die Uniformlosigkeit mag ja Teil des Plotes sein (die chaotischen Truppen des chaotischen Herrschers), war aber eigentlich nur anstrengend und frustrierend.
Ebenso war die Abtei als solche nicht zu erkennen. Die Freitreppen hätten Gelegenheit geboten mal das eine oder andere Landes- bzw. Glaubensbanner aufzuhängen und so prominent aus einem Jagdschloss eine Abtei zu machen, die als letztes Licht in der Dunkelheit steht. Schön wären auch einige Mönche gewesen. Wenn die Freiwache der NSCs statt Outtime in der Sonne zu sitzen mit Mönchskutten rumgesessen (oder sogar ab und zu mal einen kleinen panischen Mönch gespielt) hätte, wäre ohne viel Kosten erheblich zum Ambiente beigetragen worden.
Die vorhandene Requisite war so lala… Es erschließt sich nicht jedem, warum auf heiligen Stelen Rechtschreibfehler eingraviert werden oder die verwendeten Runenalphabete einfach mal die Umlaute weglassen. So etwas passiert wenn man am Computer einfach mal den Zeichensatz ersetzt und nicht prüft ob der neue Font auch Umlaute kennt. Worte wie “orsicht” und “hngt” sind recht schwer zu übersetzen. Und wenn man schon eine so bekannte und einmalige Schrift wie Sindarin verwendet sollte man auch die korrekte Buchstabenzuordnung nehmen.
Wenn die Stele des Feuers dann nach vielem TamTam einen Gegenstand freigibt ist es dann zwar sehr niedlich, wenn da ein kleines Silberschwein drauf ist, aber etwas feueraffineres dürfte es schon sein.
Der Con trug die Nummer 13, ich wäre davon ausgegangen, das es irgendwo einen Fundus von 12 Cons vorher gibt. Anscheinend wurde der nicht genutzt. Schade!
Preis
Der Preis war für 5 Tage gerade so angemessen. Das Schloss wird nicht ganz günstig sein, aber für Requisite jenseits von Schminke ist anscheinend kein Geld gewesen.
Plot
Laut Plot haben wir uns zu einer Abtei in Feindesland durchgeschlagen um dort Reliquien zu bergen. Der Rückweg war versperrt und daher musste ein vorhandenes Portal aktiviert und auf die letzte Freie Stadt justiert werden, um auf diesem Weg zu entkommen.
Wie immer sind sowohl Portal als auch Reliquien heftig gesichert und so mussten wir 6 elementare Stelen (Feuer, Wasser, Erde, Luft, kraft, Zeit) im Wald finden, die Inschriften übersetzen, Dinge basteln und damit die Stelen aktivieren und mit den dann bekommenden Gegenständen das Portal justieren und öffnen. Einer der Gegenstände hätte auch den Weg zu den Reliquien freigegeben.
Natürlich hatte der Feind was dagegen und griff an.
Der Plot war sehr kampflastig (s.u.). Die Plotelemente ohne Kampf waren sehr nett, eine schwarze Kerze gießen, eine 12-Minuten-Uhr bauen (wurde als Wasseruhr aus Bierfässern konstruiert), Dryade erlösen usw. Ich kann nicht sagen ob Lösungen vorgesehen waren, z.b. für Spieler die Möglichkeit existierte an schwarzes Wachs zu kommen, da wir (als einzige) zufällig welches dabei hatten. Es gab noch Hexen, Dryaden und Nymphen zum bespielen, die Plots sind jedoch an mir vorbeigegangen.
NSC & Kämpfe
Massiver Schwachpunkt, und das in einem kampflastigen Setting! Insgesamt gab es vielleicht 40 NSC. Highlights waren die 6-7 Orks, die toll gespielt haben und spannende Kämpfe lieferten. Die waren offensichtlich eine eigene Gruppe mit eigenem Equipment und reichlich Erfahrung. Sie waren an einigen Stellen etwas wild mit Reinrennen usw. aber ansonsten tolle Gegner. Einige andere NSCs hatten auch verstanden, das man auch im Kampf eine Geschichte erzählen kann, aber viele NSC wirkten gelangweilt, ließen sich umkloppen und gingen zum nächsten Spawnpunkt. Mit Magie umgehen konnten einige auch nicht, es fehlte ein Durchsprechen von Standardzaubern. Wenn man mitten im Kampf 5 Minuten lang einem patzigen NSC die Wirkungsweise von “Furcht” klarmachen muss, weil er das jetzt unbedingt wissen will, dann ist das schon recht störend.
Durch die heilige Aura der Abtei gab es einen (durch regelmäßige Gebete aufrecht gehaltenen) Bereich, in den die Bösen nicht rein kamen, verständlicherweise verteidigten die SCs dann auch diese Linie. Natürlich ist das für NSCs frustrierend, wenn die SCs taktisch kämpfen und so eine Barriere dann auch nutzen, aber es besteht kein Grund dann rumzupöbeln. Wenn die SL solche Schlachten ansetzt und den Spielern keinen Grund gibt rauszukommen und Leib und Leben zu riskieren, dann werden die SCs das auch nicht machen. Das hat was mit glaubwürdig gespielten Charakteren zu tun, denn darum geht es, nicht um Prügeln in der Sonne!
Es gab neben den Orks zwei Kategorien von Gegnern: Strohhalme und Betonklötze. Die Strohhalme fielen gelangweilt nach 3 Schlägen um, die Betonklötze garnicht. Immun gegen alles, Sprüche per Schnippdich und ungestört trotz Dauerfeuer – eben laufende DieseAberDochs. Da kommt Freude auf. Wenn man dann den Oberbösemagierwicht in den Nahkampf zwingt und in eine ausweglose Lage manövriert hat, er aber dank Totalimmunität, übermächtiger Instantmagie und zuschaltbarer Ogerstärke als Wolke entfleucht, sich in eine Mauer verwandelt, daraus Blitze wirft und durch ein 2-Worte Portal entkommt, hebt es die Stimmung auch nicht, wenn man dann erfährt, das die Rolle kurzfristig mit einem gerade (dank eines Kommunikationspatzers der SL) verstorbenen SC besetzt wurde. Wenn derjenige dann einen nochmal besucht, alles (!!!) vereist (und die SCs damit zu Zuschauern degradiert), sinnfreie Reden schwingt, die plotrelevante Esse des SC-Schmiedes (während eines eigentlich 3 Stündigen Schmiderituals) nebenbei per Fingerschnipp löscht und dann kleinlaut wieder abzieht hilft es einem auch nicht, das dabei 2 SLen die ganze zeit daneben stehen. Das frustet. Wenigstens wurde auf die Beschwerden reagiert und nach einem letzten Einsatz als Schlachtenredner (Massenfurcht usw), in dem er nur den oberheiligen Kreis mal eben perforierte und einen Dämon in die Landschaft räusperte wurde der NSC-Charakter dann auch aus dem Verkehr gezogen. Nicht ganz so schlimm, aber in ähnlichen Gehaltsklassen rannten auch in der Endschlacht Gegner rum. Sowas liegt dann nicht an den NSCs sondern an dem Briefing und der Konzept der SL, die sowas in den Kampf führt.
Gerüchte besagen, das die einzigen beiden Festrollen (die Äbtissin und der Scriptor) krankheitsbedingt Tage vorher neu besetzt werden mussten. Jeder hat Verständnis wenn das Briefing da Lücken aufweist. Wenn aber die Äbtissin tagelang die falschen Ratschläge gibt und nicht weiß in welcher Situation sie sich befindet ist das wirklich Ärgerlich. Zumal auch von ihr der dringende Rat kam, erst die Stelen zu aktivieren und dann die Reliquien zu bergen. Problem daran: Sobald der Stab (der den Weg zu den Reliquien freilegen konnte) mit der Stele in Berührung kam verschwand er (wie alle anderen Stelen-aktivierungs-Dinge vorher auch). Dumm das, Schlüssel weg, Reliquientür bleibt zu. Aber die SL im eifrigen Bemühen ihre Reliquien zu retten bog und zog am Plot bis durch wundersame Gnade es den dummen Spielern doch noch ermöglicht wurde in den Dungeon zu krabeln und Glaubensprüfungen abzulegen. Naja…
Parallel zum Dungeongekrabbel wurde das Endritual durchgeführt mit der obligatorischen Endschlacht. Es gab kaum einen ungünstigeren Platz dafür. Eingerahmt von einem See und einer Mauer, rechts Wald, links NSC-Unterkunft wurden alle Spieler zusammengedrückt. In der Mitte stand das Portal und das Ritualteam, z.T. mit Brandschale und Musikinstrumenten. Die Schlachtfeldbeleuchtung war mit 2 Baustrahlern ohne Diffusor recht spärlich, wir waren zum Glück fertig bevor es vollständig Dunkel wurde. Da alle dann durch das Portal mussten wurde es wirklich eng und unsicher. Insgesamt eine sehr bescheidene Schlacht.
Da einige SCs nicht rechtzeitig durch das Portal gehen konnten (sie warteten z.B. auf die Äbtissin, die von der SL aber im OT rangeführt wurde…) und die SL offensichtlich nicht mitbekommen hatte, das ein NSC das Portal (mit einem 10 Worte Zauber trotz Beschuß) zerstört hatte, entstand noch reichlich OT-Diskussion und die Spieler wurden in einer Ansprache nach der Schlacht mit “Ihr seid jetzt in einer Hafenstadt und damit Outtime” abgefertigt. Da kommt Stimmung auf…
Insgesamt blieb das schale Gefühl was falsch gemacht zu haben. Ein erfüllter Plot, der den Beigeschmack der Niederlage hat, ist für Spieler outtime nicht wirklich befriedigend.
Orga & SL
Die SL wirkte gespalten, Kommunikationsprobleme waren zum Teil für Spieler offensichtlich. Wenn eine SL eine Szene schweigend zur Kenntnis nimmt und die andere entsetzt reagiert fehlt einfach mal ein Konsens darüber, was im Larp geht und was nicht. Anscheinend war auch nicht jede SL in den Plot eingeweiht.
Mitspieler
Wir waren mit unserem kleinen Grüppchen mal außerhalb der gewohnten Bahnen unterwegs. Man kannte zwar hier und da einige Gesichter wieder (und freute sich), insgesamt waren gerade die großen Gruppen unbekannt. Während man mit den Individualisten noch in Spiel kommen konnte, wurde man z.T. schon bei Annäherung an gewisse Lager angeranzt und das Betreten des Lagers (also näheres herantreten an den Stuhlkreis als 4 Meter) rigoros untersagt. Zusammenarbeit der Spieler war sehr mühsam, einige wollten schlichtweg nicht mit unbekannten spielen. Beim Plotten sah man so auch immer die selben Gesichter. Sehr seltsam sowas, sowenig Willen zum zusammenspiel hab ich seit Jahren nicht mehr gesehen.
Fazit
Die Idee war schön, die Umsetzung z.T. lieblos. Natürlich kann vor einem Con einiges schief gehen und natürlich trifft das Unheil immer geballt auf. Jeder der schon mal Cons organisiert hat, hat dafür auch vollstes Verständnis. Es gibt aber Dinge wie schöne und liebevolle Requisiten, stimmige und ambientefördernde Details, gemeinsame Plotbasis und Handlungslinien der SL, die sind das Ergebnis einer guten Vorbereitung. Wenn das nicht da ist, muss schon in dem 6 Monaten Vorbereitung der Wurm gesessen haben. Und das war hier offensichtlich der Fall.
Sehr schade. Stammspieler der Silver Crow waren auch sehr enttäuscht und berichteten begeistert von den Cons vorher, die eben genau dieses liebevolle Storytelling sehr gut umgesetzt hatten. Das wäre glatt ein Grund nochmal hinzugehen. Der Con alleine eher nicht.
weitere Reviews
rabenzeit.wordpress.com
akron-info.de
www.fantasticculture.de
schwanenkreuzer.foren-city.de








Hallo.
Eine kleine Anmerkung zu Deiner ausführlichen Review: Dass die Äbtissin mit den Reliquien OT heran geführt wurde ist nicht richtig. Die Äbtissin und ich sind mit den Reliquien beladen IT zum Ritual gegangen bzw. geschlichen – und haben dabei die Späher, die uns wohl holen sollten, verpasst. Sind ärgerlicherweise aneinander vorbei gelaufen. Erst auf der anderen Seite des Portals haben wir von den Spähern erfahren – und da war es zu spät. Dumm auch, weil unter den Spähern mein IT-Ordensbruder gewesen ist.
Ich muss Dir aber zustimmen, dass die Zusammenarbeit der Spieler untereinander wirklich schlecht war. Gerade wenn man bedenkt, dass laut Anmeldung nur lichte Charaktere zugelassen sein sollten, ein Armutszeugnis. Man hätte, wenn alle ja mehr oder weniger für das Licht stehen, davon ausgehen können, dass mehr Zusammenhalt da wäre – aber das war wohl nur ein frommer Wunsch.
An meiner Review schreibe ich übrigens noch unter folgender URL, unter der auch einige Fotos zu finden sind: http://www.fantasticculture.de/wbboard/thread.php?threadid=7582&sid=
Gruß. Hagen aka Bruder Anselm.
@Hagen Ich bezog mich da auf das Gespräch mit einem der (ziemlich sauren) Späher von uns, an dem die Äbtissin mit SL OT vorbeiging. Aber die Endschlacht war sowieso ein totale Kuddelmuddel und das Chaos machte auch vor den Reihen der SL nicht halt. Man hatte nicht den Eindruck das jede SL wusste was passiert (siehe auch Endansprache)…