Auch kein Aprilscherz:
Der Innenminister Joachim Herrmann in der Pressemitteilung Nr. 127/09 des Bayerischen Staatsministerium des Inneren:
Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt. Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.
Natürlich gibt der Innenminister Bayerns nicht mal eben so Stammtischparolen als Pressemitteilung heraus, sondern hat einen Stab der ihn genau informiert und auf den Stand der Forschung bringt.
Er weiß natürlich, das zu einem Amoklauf nebenbei auch noch eine Waffe sowie massiver Mangel an soziale Integration* notwendig ist und auch ein hoher Frustrationspegel, anhaltende Perspektivlosigkeit, fehlende soziale Anerkennung eine Rolle spielen könnten.
Er weiß natürlich, das es Millionen von Computerspielern gibt, die friedlich vor sich hin spielen, während es nicht ein Opfer von Kinderpornographie oder Drogen gibt, dessen Leben nicht davon zerstört wurde.
Er kennt natürlich den Unterschied in den Begriffen Symptom und Ursache.
Aber das ist ja nun mal eine Pressemitteilung und keine wissenschaftliche Abhandlung, da ist für solche Details halt nicht immer Platz.
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.
Tja… wie der informierte Innenminister allerdings zu dieser Einschätzung kommt, kann ich jedoch so spontan nicht nachvollziehen.
Wie kann ein informierter Innenminister soetwas…
Ha! Ich habs: Bestimmt war das nicht der informierte Innenminister sondern ein gehetzter Schreiberling, der noch schnell die Pressemitteilung fertig gestellt hat, bevor er zum Üben in den Schützenverein los musste.
Das wird es sein!
Problem gelöst!
In Bayern ist die Welt halt noch in Ordnung, Luft und Gesinnung sauber und Antworten einfach.
Und wenn der Medienpolitische Sprecher der CDU in NRW, Thomas Jarzombek, schreibt
Ein solcher Vergleich ist vollkommen unangemessen und zeugt davon, dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden sind.
dann meint er natürlich nicht den Innenminister sondern sicherlich den namenlosen Mitarbeiter in Eile.
Und was lawblog dazu schreibt finde ich jetzt irgendwie pessimistisch und unbayerisch.